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Die Abteilung Stadtmitte stellt
sich vor
Die
Abteilungsführung
Markus
Richter Hauptlöschmeister
(HLM) Abteilungsführer |
Claudius
Blank Oberlöschmeister
(OLM) Stellvertr.
Abteilungsführer |
Die Nachkriegsjahre und der Beginn
Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die sechs
aufgelösten „Löschgruppen“ der Freiwilligen Feuerwehr München (FFM), die
unmittelbar an den inneren Stadtkern von München angrenzten, nicht mehr wieder
aufgebaut. Dabei handelte es sich um die Löschgruppen Schwabing, Neuhausen,
Haidhausen, Sendling, Laim und Au-Giesing. Erst ab dem Jahr 1968 gab es durch
das neue Gesetz zur „Erweiterung des Katastrophenschutzes“ (KS) für die
Münchner, die im Stadtkern und den angrenzenden Stadtvierteln wohnten, wieder die
Möglichkeit, bei der FFM tätig zu werden. Die Aufgaben, die durch das neue Gesetz
vorgegeben wurden, machten eine erhebliche Aufstockung des Personals der FFM
notwendig, die dafür aber auch Einsatzfahrzeuge und Finanzmittel zur Verfügung
gestellt bekam. Zusätzlich bot das Gesetz die Möglichkeit, durch die Mitwirkung
beim KS vom Grundwehrdienst freigestellt zu werden. Die
Nachfrage nach
Freistellungsplätzen führte zu einem Anstieg der Mitgliederzahlen bei der FFM.
Die neuen Mitglieder wurden zunächst den schon bestehenden Löschgruppen
zugeteilt, die dem jeweiligen Wohnsitz am nächsten lagen. Dies bewährte sich
jedoch nicht, da zu jener Zeit die FFM noch über Sirene alarmiert wurde. Wer
nicht im Hörbereich der jeweiligen Alarmsirene wohnte, konnte am betreffenden
Einsatz nicht mitwirken.
Die Abteilung Stadtmitte wird
gegründet
Im Herbst 1969 wurde deshalb auf
Initiative des damaligen Kommandanten der FFM, Heinrich Reuter, beschlossen,
all jene Mitglieder (ca. 35), die bei den bisherigen Löschgruppen nicht
ausrücken konnten, in eine neue Löschgruppe Stadtmitte zusammen zufassen. Mit
dem Aufbau und der Führung wurde u.a. auch der spätere Chef der Feuerwehr München,
Günter Hölzl, beauftragt. In der Führungsorganisation wurde die Löschgruppe
Stadtmitte dem Bereich „OST I“ zugeordnet. Die erste Versammlung, wie auch
viele der späteren Unterrichte und Zusammenkünfte der neuen Löschgruppe, fand im
Januar 1970 in einer Gaststätte des künftigen Ausrückebereiches statt.
Das erste
Fahrzeug, das die Löschgruppe Stadtmitte aus Beständen des Katastrophenschutzes
erhielt, war ein Löschfahrzeug des Typs „LF 16-TS“. Es wurde bis zum Frühjahr
1973 in einer Tiefgarage für KS-Fahrzeuge an der Reichenhaller Straße (Nähe
60er-Stadion) untergestellt.
Das zweite Jahr der Abteilung
1971 kam es zu einer dringend
benötigten Aufstockung des Fahrzeugbestandes. Die Löschgruppe erhielt einen
Schlauchwagen zugeteilt, der Platz für weitere sechs Einsatzkräfte bot.
Mitte 1971
war dann der Ausbildungsstand der Löschgruppe so weit, dass eine Alarmierung zu
Einsätzen denkbar war. Da es zu dieser Zeit noch keine Funkalarmempfänger
(„Piepser“) gab, erarbeiteten die Löschgruppenführer einen detaillierten
Ablaufplan für eine telefonische Alarmierung im „Schneeballsystem“. Nach einem
Probealarm im Juli 1971 stellte sich heraus, dass eine erste Löschgruppe circa 15
Minuten nach Alarmauslösung einsatzbereit war. In einem anschließenden Schreiben
wurde der Branddirektion empfohlen, die Löschgruppe mit in den Alarmplan
aufzunehmen und die vorhandenen Fahrzeuge für den Alarmdienst zu versichern.
Der Einsatzdienst
Nachdem alle planerischen und
rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen waren, wurde die Löschgruppe
Stadtmitte zum 01.10.1971 als „alarmierbar“ erklärt. Die ersten
Bewährungsproben erfolgten dann auch schon bald. Am 31.10.1971 und 01.11. 1971 sowie eine Woche später am 07.11.1971
wurde die Löschgruppe zu Großbränden im Stadtgebiet von München alarmiert und
konnte dort die im Übungsdienst erworbenen Kenntnisse erfolgreich in die Praxis
umsetzen.
In den
folgenden Jahren galt es, die feuerwehrtechnischen Fertigkeiten zu
vertiefen. Zusätzlich wurde der Fahrzeugpark
durch weitere KS-Fahrzeuge ergänzt. Im Frühjahr 1973 wurde die Löschgruppe im neuen
„Zentrum für Katastrophenschutz“ (ZfK) an der Heßstraße in Schwabing
untergebracht.
Die Abteilung Stadtmitte
1975 wurde wegen der umfangreichen
Fahrzeug- und Mannschaftsstärke die „Löschgruppe Stadtmitte“ zum „Löschzug
Stadtmitte“ umbenannt. Da aber Gruppe und Zug genau bestimmte
feuerwehrtaktische Begriffe waren, wurde 1976 in Abstimmung mit der
Branddirektion in der FFM einheitlich die Bezeichnung „Abteilung“ eingeführt.
Zusätzlich wurde in die Bezeichnung der Name des Stadtteils hinzugefügt, in dem
die Einheit stationiert war.
1977 erhielt
die Abteilung ihr erstes städtisches Löschgruppenfahrzeug mit einem eingebauten
800-Liter-Wassertank.
Der ABC-Zug
Zum 01.06.1984 wurde beschlossen, den
„1. ABC-Zug München Stadt“ bei der Abteilung Stadtmitte zu stationieren. Mit
dieser Zuordnung wurde eine Reihe von Sonderfahrzeugen übernommen. Es bedeutete
aber auch, dass sich der Ausbildungsaufwand erheblich erhöht, da zu den
feuerwehrtechnischen Themen nun auch Themen für den Gefahrstoffeinsatz
vermittelt werden mussten.
Das eigene Gerätehaus
So günstig die Unterbringung im ZfK
für die Abteilung Stadtmitte auch war, blieb dennoch die Unterbringung einer städtischen
Einrichtung auf einem bundeseigenen Gelände angreifbar. Nach dem im Winter
1991/92 auf Weisung des Bundes aus Kostengründen die Heizung in der
Fahrzeughalle abgestellt wurde und die Mannschaft sich teilweise bei
Minusgraden umziehen musste, ist in mehreren Vorstößen bei der Stadtverwaltung
erreicht worden, dass eine neue Unterbringungsmöglichkeit gefunden werden
konnte. Im Frühjahr 1995 zog die Abteilung Stadtmitte komplett in das Gebäude
der ehemaligen Polizeifahrschule an der Dachauerstraße 114 um und erhielt damit
eine Unterbringung, die zum ersten Mal als eigenes Gerätehaus bezeichnet werden
konnte.
Derzeit hat die
Abteilung Stadtmitte eine Mannschaftsstärke von 75 Feuerwehrdienstleistenden
(10% Frauenanteil). Sie wird von Markus Richter als Abteilungsführer und
Claudius Blank als seinem Stellvertreter geleitet. Die Abteilung wird zu ca. 80
Einsätzen pro Jahr alarmiert. Der Fahrzeugpark umfasst derzeit zwei
Hilfeleistungslöschfahrzeuge, ein Löschfahrzeug, vier Fahrzeuge der
ABC-Komponente, zwei Container, einen Anhänger mit vier Industriesaugern, sowie
ein Mehrzweckfahrzeug.
Wie geht es weiter
Da
auch das Anwesen an der Dachauerstraße
114 nur als Provisorium dient und das gesamte Areal an der Dachauer
Straße/ Schwere-Reiter-Str. langfristig für eine neue städtebauliche
Nutzung vorgesehen ist,
gab man die Suche nach einer endgültigen Unterbringung der „Abteilung
Stadtmitte“ in den vergangenen Jahren nicht auf. Durch einen Beschluss
des
Münchner Stadtrats im Jahre 2001, in München zwei neue „Zentren für
Katastrophenschutz“ zu errichten, ergab sich die Möglichkeit, die
„Abteilung
Stadtmitte“ künftig in einem dieser neuen ZfKs unterzubringen. Dazu
erwarb die
Stadt München im Jahr 2008 das alte ZfK-Areal an der Heßstraße für
einen Neubau.
Derzeit gehen die Planungen davon aus, dass voraussichtlich ab 2014 auf
diesem
Gelände die Abteilung Stadtmitte, die Feuerwache 4, die neue
Integrierte
Leitstelle der Feuerwehr München, Einheiten der Rettungsdienste im
Katastrophenschutz,
sowie das Kommando der FFM untergebracht werden. |